Von „Heiden“, orthodoxen Christen und Juden

Mit der Christianisierung wurde im Baltikum die Verehrung von Naturgottheiten („Heidentum“) nicht beendet, sie war selbst nach der Reformation bei der Landbevölkerung noch teilweise vorhanden.

Ein erster Kontakt der Esten und Letten mit dem christlich-orthodoxen Glauben erfolgte durch russische Missionare bereits im 10. Jahrhundert. Auch später hielten vor allem russische Kaufleute kleine orthodoxe Gemeinden aufrecht. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts machte die russisch-orthodoxe Kirche ihren Anspruch als Staatsreligion in den Ostseeprovinzen deutlich, so dass viele evangelische Esten und Letten zur Konversion bewogen wurden.

Juden siedelten sich seit dem 16. Jahrhundert, vor allem in Kurland und Lettgallen an. Ihr Zuzug wurde auch in den folgenden Jahrhunderten immer wieder reglementiert. Jüdische Gemeinden entstanden erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Während der nationalsozialistischen Okkupation wurde die jüdische Bevölkerung fast vollständig ermordet.

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Schon zu heidnischen Zeiten wurde von Esten und Letten die Sonne und das Licht als lebensspendend verehrt und die Sommersonnenwende gefeiert. Die Kirche überlagerte diesen Brauch seit dem 4. Jahrhundert mit den Feiern zu Ehren für Johannes den Täufer, so dass der 24.Juni heute als Johannistag bekannt ist. Foto: Daiga Kalniņa