Gewalterfahrungen, Vergewaltigungen, Angst, Tod und Heimatverlust gehören zu den prägenden Lebenserfahrungen der Fluchtgeneration. Familien wurden auseinandergerissen. Angehörige fanden manchmal nie wieder zusammen. Kinder starben in den Armen ihrer Mütter und konnten in der Eile der Flucht oder wegen des hartgefrorenen Bodens nicht begraben werden.
Die Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen waren bei der Bewältigung derartiger Traumata auf sich selbst gestellt. Viele haben einfach nur „funktioniert“ und ihre Erfahrungen verdrängt. Nicht selten blieben seelische Lasten unbeachtet, lösten Krankheiten aus oder setzten sich auch in den Folgegenerationen noch fort. Viele Kinder haben ihre Kriegstraumata nie verarbeitet.
Was traumatisierte Menschen am meisten brauchen, ist mitmenschliche Zuwendung und ein offenes Ohr für das Erlebte. Die die damit verbundene Anerkennung ihrer lebenserschütternden Erfahrungen hilft, den erfahrenen Schmerz zu lindern. Das gilt für die Flüchtlinge und Vertriebenen von gestern und heute.