Die meisten Flüchtlinge hatten alles verloren. Es fehlte in der unmittelbaren Nachkriegszeit überall am Nötigsten: Kleidung, Nahrung und vor allem Wohnraum. Sie waren zur Improvisation gezwungen.
Flüchtlinge wurden in Massenunterkünften wie Gasthäusern oder Turnhallen notdürftig einquartiert. In Lüneburg gehörten zeitweilig auch das Kloster, das Kurhaus oder das Gefängnis dazu; zudem wurden „Durchgangslager“ errichtet, um den Flüchtlingsstrom zu kanalisieren.
1945 fehlten in der Stadt ungefähr 5.000 Wohnungen. Ein Zuzugsverbot änderte daran nichts. Neben den Flüchtlingen mussten auch Ausgebombte und sogenannte „Displaced Persons“, zum Beispiel ehemalige Zwangsarbeiter aus Polen oder Frankreich, untergebracht werden. Das britische Militär beanspruchte allein zwölf Prozent des Wohnraums für sich.