Im Chaos zusammenfinden - Kirchen und Suchdienste

Als einzige Institution besaßen die christlichen Kirchen 1945 ein intaktes Organisationsgefüge und das Vertrauen der westlichen Siegermächte. Entsprechend hoch ist ihr Stellenwert in der Flüchtlings- und Vertriebenenhilfe.

Da jeder vierte Deutsche nach dem Krieg Angehörige suchte, begründeten die Kirchen einen Suchdienst. Er, der später unter der Leitung des Deutschen Roten Kreuzes fortgeführt wurde, half Hunderttausenden, ihre Familienangehörigen wieder zu finden.

Darüber hinaus boten die Kirchen die für die Bewältigung von Flucht und Vertreibung notwendige geistliche Seelsorge an. Diese war in beiden Kirchen mit materieller Hilfe verbunden, die über christliche Hilfswerke erfolgte.

Der ehemalige Bischof des Ermlands, Maximilian Kaller, wurde 1946 zum Päpstlichen Sonderbeauftragten für die heimatvertriebenen Deutschen ernannt. Seine Aufgabe war dem auf evangelischer Seite wirkenden „Ostkirchenausschuss“ und den Hilfskomitees vergleichbar, die sich nach landsmannschaftlicher Herkunft im „Evangelischen Hilfswerk“ organisierten.

Abbildungen:
1.) Kinderfoto Christa Koller

2.) Die 7jährige Christa Koller aus Ostpreußen gehörte nach dem Krieg zu den Kindern, die von ihren Eltern gesucht und gefunden wurden.
Foto: Privat