Die Rominter Heide wurde als Jagdgebiet der Ordenshochmeister und preußischen Herzöge erhalten und ist bis heute eines der drei großen Waldgebiete Ostpreußens. Durch die besondere Geweihqualität ihres Rotwilds wurde sie bei den Hohenzollern-Königen bekannt, doch erst Kaiser Wilhelm II. ließ sich dort ein Jagdhaus bauen und kam von 1890 bis 1913 regelmäßig zur Jagd auf den Brunfthirsch. Fast das gesamte Gebiet wurde damals eingezäunt und erlaubte großen Tieren das Hineinkommen, nicht aber das Hinausgehen.
Auch nach 1918 sorgten sich hervorragende Forstbeamte um den Rotwildbestand. 1934 wurde Rominten durch den Nationalsozialisten Hermann Göring Staatsjagdrevier. Er veranlasste die Förderung der Rothirsche zur besonderen Größenentwicklung ihrer Geweihe und ließ nur ausgewählte Personen dort jagen und empfing politische Gäste. Die Spitzenhirsche behielt er sich selbst vor.
Heute hat der Mythos Rominten durch die Grenzziehung, Wilderei und hohe Abschusszahlen Schaden genommen.
Abbildungen:
1.) Kaiser Wilhelm II. mit seinem Büchsenspanner Rollfing nach der Erlegung eines ungeraden 44-Ender Rothirschs im Bereich der Oberförsterei Nassawen, Rominter Heide, am 27. September 1898. Foto: Gottheil und Sohn, königliche Hoffotografen in Königsberg
2.) Hermann Göring in seiner Funktion als „Reichsjägermeister“ vor dem Jägerhof Rominten nach der Erlegung eines 22-Ender Rothirschs, „Matador“ genannt, im Bereich des Forstamts Szittkehmen, Rominter Heide, am 22. September 1942. Foto: Robert Kropp