Nikolaus Kopernikus (1473-1543) - Die Wende zur Moderne

1543 veröffentlichte der Arzt, Astronom und Dom-Verwalter Kopernikus in Frauenburg / Frombork ein mathematisches Werk „De revolutionibus orbium coelestium“ - Über die Umschwünge der himmlischen Kreise, welches das Weltbild seiner Zeit erschütterte. Er behauptete, dass die Erde und die anderen Planeten sich um die Sonne drehe (heliozentrisches Weltbild). Seit Aristoteles war man davon ausgegangen, dass die Erde im Zentrum aller Himmelskörper steht. Dies entsprach dem Eindruck einer ruhenden Erde mit darüber hinweg ziehenden Sternen und war im Einklang mit der christlichen Schöpfungslehre, die den Mensch und seine Erde im Mittelpunkt göttlichen Wirkens sah.

Widerspruch kam zunächst von evangelischer Seite. Später setzte sich auch die katholische Inquisition kritisch damit auseinander, als Galileo Galilei 1609 dank seiner Fernrohre auch experimentell das theoretische Modell Kopernikus‘ stützte.

Mit Luthers Reformation 1517 und Kolumbus‘ Amerikareise 1492 gehört Kopernikus zu den großen Erneuerern.

Abbildungen:
1.) Porträt des Kopernikus, anonymer Kupferstich
Der in Thorn / Toruń als Kind einer wohlhabenden Handwerkerfamilie geborene Kopernikus wurde früh Waise. Sein Onkel Lucas Watzenrode, der spätere Fürstbischof von Ermland, ließ ihn eine kirchliche Karriere einschlagen, die ihn auch nach Italien führte. Später wirkte er als Verwalter und Domherr in Frauenburg und Allenstein / Olsztyn. Die astronomischen Beobachtungen führte er mit einfachsten Mitteln aus; ein Fernrohr kannte er noch nicht. Seine mathematischen Modelle waren nicht exakt, da er noch von einer Kreisbewegung und nicht von elliptischen Umlaufbahnen ausging.

2.) Kopernikus-Denkmal in Olsztyn / Allenstein
Seit dem 19. Jahrhundert streiten sich deutsche und polnische Nationalisten, wer den Ruhm von Kopernikus für sich beanspruchen dürfte. Er kämpfte gegen den Deutschen Orden, denn Thorn, Frauenburg und Allenstein im Bistum Ermland gehörten zum polnischen Teil Preußens. Eine Zuordnung zu Nationen ist für Menschen aus der Zeit von Kopernikus unsinnig. Wie aber ihn richtig schreiben? Denkbar sind: Nikolaus Kopernikus, niederdeutsch Niklas Koppernigk, latinisiert Nicolaus Cop[p]ernicus, polonisiert Mikołaj Kopernik.
Foto: Nol Aders, Creative Commons-Lizenz Namensgebung 3.0