„Unsere Wissenschaft, die uns das liebste war... erschien uns wie ein blühender Garten“ - das naturwissenschaftliche Königsberg

Im 19. Jahrhundert erlangte die „Albertina“ als Stätte der Mathematik und Physik internationalen Ruhm. Moderne Vermittlungsmethoden legten die Basis für die herausragende Qualität der Mathematik und Physik in Königsberg. Als Wegbereiter der dortigen mathematisch-physikalischen Schule gelten der Astronom Friedrich Wilhelm Bessel und der Pädagoge Johann Friedrich Herbart.

1826 wurden auf Anregung des Universalgelehrten Karl Gottfried Hagen mehrere junge Naturwissenschaftler berufen, darunter Carl Gustav Jacob Jacoby und Franz Ernst Neumann. Sie begründeten die „Königsberger Schule“, in der Ausbildung und Forschung innovativ verbunden wurden. Von ihren Studenten wurden 54 selbst Professoren.

Mit David Hilbert und Hermann Minkowski wuchsen zwei der wichtigsten Mathematiker Deutschlands zeitgleich in Königsberg auf, studierten dort und trugen nach 1900 wesentlich zur Entdeckung der Relativitätstheorie bei.

Abbildungen:
1.) Einrichtung zum Vogelfang in Rossitten, um 1938
Johannes Thienemann (1863-1938) gründete auf der Kurischen Nehrung die erste ornithologische Forschungsstation der Welt, die Vogelwarte Rossitten, und führte dort erstmals systematische Beringungen durch, die bahnbrechende Erkenntnisse über den Vogelzug lieferte.
Die nach dem Vorbild der „Helgoländer Trichterreuse“ erstellte Vogel-Fangeinrichtung besteht aus einer großen, für die Vögel kaum sichtbaren Öffnung, einer langen Schleuse aus Netzen und einem Entnahmekäfig am anderen Ende. Die Vögel fliegen hinein, spüren, dass sie nach oben und an den Seiten nicht weiterkommen, und landen schließlich im Käfig. Dort werden sie entnommen, vermessen, gewogen und beringt.
Fotograf: Ernst Schüz

2.) Daguerreotypie der totalen Sonnenfinsternis, Foto von Johann Berkowski, Königsberg 1851
Vierundachtzig Sekunden Belichtungszeit, ein Teleskop mit nur sechs Zentimeter Linsendurchmesser und nicht einmal einen Meter Brennweite ergaben das erste brauchbare Foto eines Himmelereignisses. Es entstand in der Königsberger Sternwarte und zeigte erstmals die Strukturen der Korona, der Sonnenatmosphäre. Zudem waren die Protuberanzen zu erkennen, glühende Materiewolken, die von der Sonnenoberfläche explosionsartig aufsteigen.