Agnes Miegel wurde schon früh „Mutter Ostpreußen“ genannt, da sich zahlreiche Leser in ihren visionären Bildern für Geschichte und Untergang Ostpreußens wiederfanden. Sie verfasste Lyrik, Balladen und historisierende Erzählungen von vielen Schauplätzen. Realismus und mythische Überhöhung verbinden sich in meist traditionellen Formen. Ihre nationale Perspektive förderte eine Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten, von denen sie sich nie distanzierte. Sie ist als Person daher heute umstritten.
Aus einem Königsberger Bürgerhaus stammend, brach Miegel Tätigkeiten als Lehrerin und als Krankenschwester in Berlin und Großbritannien ab und pflegte die kranken Eltern. In den 1920er Jahren war sie Journalistin für Königsberger Zeitungen. 1945 musste sie fliehen und lebte nach Internierung in einem Lager in Dänemark ab 1948 in Bad Nenndorf.
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"Das Alte Buch", Gedicht von Agnes Miegel, gezeichnet und geschrieben von Lieselotte Plangger-Popp (1913-2002), um 1947