Hermann Sudermann (1857 Matzicken im Memelland - 1928 Berlin)

Sudermann war in der wilhelminischen Zeit ein sehr populärer Dramatiker und Romancier. Seine Werke gehören zu den meist aufgeführten Bühnenstücken ihrer Zeit und wurden mehrfach verfilmt, etwa „Der Katzensteg“ und die „Reise nach Tilsit“. Nach dem Erfolg des Schauspiels „Die Ehre“ verglich man ihn mit Gerhart Hauptmann. Dabei schilderte er die zeitgenössischen Standeskonflikte eher moralisch, anstatt sie - wie sonst die Dichter des Naturalismus - zu „sezieren“. Der Roman „Frau Sorge“ erzählte das Leben des Bauernsohns Paul Meyhöfer, der sich nur von seelischer Bedrängnis befreien kann, indem er den selbst erworbenen Hof anzündet.

Nach dem Ersten Weltkrieg verblasste Sudermanns Ruhm noch zu Lebzeiten. Im Erinnerungsband „Bilderbuch meiner Jugend“ blickte er mit milder Selbstironie auf seine einfache Herkunft, die Landschaft und die Lebensweise der frommen Mennoniten im Raum Elbing zurück.

Abbildung:
Hermann Sudermann, Buchillustration, um 1900