Musik in und aus Königsberg

Als Residenzstadt war Königsberg das Zentrum des Musikschaffens in Ostpreußen. In der Renaissance trat Johannes Eccard (1553-1611) als Hofkapellmeister hervor, im Barock der Komponist Heinrich Albert (1604-1651). Albert vertonte Verse von Simon Dach, die als „Ännchen von Tharau“ im Hochdeutsch von Johann Gottfried Herder eines der beliebtesten Volkslieder wurde. Ostpreußische Lieder späterer Zeit wie „Zogen einst fünf wilde Schwäne“ oder „Land der dunklen Wälder“ sind heute noch beliebt.

Der Königsberger Johann Friedrich Reichardt (1752-1814) war Hofkapellmeister bei Friedrich dem Großen. Königsberger Komponisten der Romantik sind E.T.A. Hoffmann (1776-1822) und Otto Nicolai (1810-1849), bekannt durch die „Lustigen Weiber von Windsor“.

Vor seiner Rigaer Zeit war Richard Wagner 1837 kurz Musikdirektor am Königsberger Theater. Dort fand 1879 die deutsche Erstaufführung von Georges Bizets „Carmen“ statt.

Später wurde Werner Richard Heymann (1896-1961) mit Schlagern und Filmmusik ein Star.

Abbildung:
Richard Strauß dirigiert in Königsberg am 29. März 1927, Lithographie des Königsberger Malers Ernst Schaumann (1890-1955)
Das Konzertleben Königsbergs zog viele Gastdirigenten an, darunter auch Berühmtheiten wie Wilhelm Furtwängler und Karl Böhm. Vor allem dank des Musikkritikers Gustav Dömpke (1853-1923) galt Königsberg um 1900 als „Brahms-Stadt“.