Lenz war wohl der einflussreichste deutsche Erzähler der Nachkriegszeit mit einer Weltauflage von über 20 Millionen Büchern. Er sah den Beruf des Schriftstellers als politisch verantwortliche, öffentliche Instanz und trat für Willy Brandts Ostpolitik ein.
Zu seinem weitgespannten Werk zählen die Verarbeitung existentieller Entscheidungssituationen („Es waren Habichte in der Luft“) ebenso wie Schwänke über masurische Originale („So zärtlich war Suleyken“).
„Deutschstunde“, 1968 sein erster Bestseller, erzählte erstmals kritisch vom nationalsozialistischen Alltag und dessen Nachwirkung. Im Roman „Heimatmuseum“ wird dieses vom Protagonisten selbst angezündet, um die politische Vereinnahmung seiner masurischen Sammlungen zu verhindern.
Lenz erhielt zahlreiche Preise, darunter 1988 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
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Siegfried Lenz 1969, Fotograf: Lothar Schaack
Quelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F030757-0015 / CC-BY-SA 3.0