Werner Bergengruen (1892 Riga - 1964 Baden-Baden)

Der deutschbaltische Autor schuf früher vielgelesene parabelhafte Romane und Novellen über historische Stoffe. Vom Baltikum geprägt und kaisertreu, sah er den Menschen in „ewigen Ordnungen“. In seinen späten Erzählbänden („Der letzte Rittmeister“) setzte er seinem humanistisch-christlichen Menschenideal ein Denkmal. Trotz großer Anerkennung in den 1950er Jahren ist sein Ruhm heute verblasst.

Bergengruen war Freiwilliger im Ersten Weltkrieg auf deutscher Seite, später - finanziell unabhängig - freier Schriftsteller in Berlin, dann in Solln bei München. „Der Großtyrann und das Gericht“ wurde als Parabel gegen die nationalsozialistische Diktatur gelesen, die ihm das Schreiben verbot. Auch der Roman „Am Himmel wie auf Erden“ (1940 mit Sondergenehmigung) erzählt gleichnishaft von der Gewaltherrschaft eines Landesfürsten und der Situation im damaligen Deutschland.

Abbildung:
Werner Bergengruen 1954
Foto: Bundesregierung, Rolf Unterberg