Das Ermland hat als geschlossene katholische Region innerhalb Ostpreußens eine lange eigenständige Geschichte.
Im Zuge der Eroberung des Prußenlandes durch den Deutschen Orden entstanden 1243 vier Bistümer: Kulm, Pomesanien, Samland und Ermland. Nur das Ermland war nicht dem Orden unterstellt. Sitz von Bischof und Domkapitel war Frauenburg.
Das Ermland stellte sich in der Krise des Ordens gegen diesen und gehörte von 1466 bis 1772 zur Krone Polens. Bei der Einführung der Reformation im Herzogtum Preußen blieb es daher katholisch. Entsprechend entwickelten sich seine politischen und kirchlichen Verhältnisse eigenständig. Dies galt auch für Formen der Volkskultur (ländliche Bauten, Tracht). Deswegen gab es dort, besonders in Allenstein, noch im 20. Jahrhundert eine größere polnischsprachige Minderheit.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges ging das Ermland in der Volksrepublik Polen auf und ist heute Teil der Wojewodschaft Ermland und Masuren.
Abbildung:
Die Wallfahrtskirche in Heiligelinde.
Der bedeutendste Wallfahrtsort für die Ermländer lag gar nicht im Ermland selbst, sondern etwas außerhalb im herzoglichen Preußen. Zwischen 1688 und 1730 entstand hier einer der bedeutendsten barocken Kirchenbauten im östlichen Preußen.