Das spätere Ostpreußen bot größere religiöse Freiräume als viele Länder Europas, wo von denen nicht nur Juden profitierten. So sorgten die polnischen Lehnsherren im evangelischen Herzogtum für die katholische Minderheit. Die einem mehrheitlich lutherischem Land vorstehenden reformierten Landesherren siedelten bevorzugt ebensolche Hugenotten, Schotten, Schweizer und Hessen-Nassauer an.
Im Memelland lebten Mennoniten. Mit ihrer Ablehnung des Militärdienstes und der Säuglingstaufe – sie akzeptieren nur die Taufe eines mündigen Erwachsenen - wurden sie vielfach verfolgt, aber als gute Bauern und Handwerker dort zeitweise geduldet.
Diese Haltung setzte sich noch im 19. Jahrhundert fort, als 1825 die Gründung von Philipponendörfern auf unkultiviertem Boden in den Wäldern Masurens gestattet wurde. Die Philipponen waren altgläubige Orthodoxe, die in Russland verfolgt wurden. 1846 gründete Julius Rupp in Königsberg eine der ersten evangelischen Freikirchen der jüngeren Zeit.
Abbildung:
Mennonitenkirche in Plauschwarren