Bildhauer in Königsberg

Eine Klasse für Bildhauerei wurde an der Königsberger Kunstakademie erst 1882, gut 30 Jahre nach Gründung eingerichtet. Der erste Leiter war Friedrich Reusch (1843-1906). Ihm folgten Stanislaus Cauer (1867-1943) und ab 1932 Hans Wissel (1897-1948) bis 1945. Sie alle waren mit Werken im öffentlichen Raum in Königsberg und Ostpreußen vertreten. Ihre Arbeiten drücken den jeweils zu ihrer Schaffenszeit dominierenden Stil aus, bei Reusch war es Historismus, bei Cauer der Neoklassizismus und bei Wissel die Neue Sachlichkeit.

Weitere wesentliche Bildhauer Ostpreußens waren zumeist Schüler der Kunstakademie oder der Kunst- und Gewerkschule gewesen. Besonders heraus ragt Hermann Brachert (1890-1972). Er schuf Bauplastik und Freiskulptur für die modernen Bauten der Zeit nach 1920 und war zudem für Entwürfe der Staatlichen Bernsteinmanufaktur verantwortlich. Einige seiner Schüler setzten die Tradition der ostpreußischen Bildhauerei auch nach 1945 fort.

Abbildung:
Stanislaus Cauer: Denkmal Friedrich Schillers vor dem Theater in Königsberg/Kaliningrad, Bronze von 1910
Foto: A. Savin, FAL