Die Königsberger Kunstakademie im 20. Jahrhundert

Auch der 1900 zum neuen Direktor berufene Ludwig Dettmann (1865-1944) kam aus Berlin, wo er zu den Gründern der damals noch umstrittenen Sezession gehörte, der Vereinigung moderner, impressionistischer Maler. Er reformierte den Lehrbetrieb und öffnete die Akademie stärker für das Publikum. Zusammen mit dem Grafiker Heinrich Wolff (1875-1940) weckte er neues Kunstinteresse in der ganzen Provinz. Davon profitierten auch die Anfänge der Künstlerkolonie Nidden auf der nahen Kurischen Nehrung.

 

Nach 1918 setzten sich neue Stilrichtungen an der Akademie durch: Der Expressionismus mit dem 1920 berufenen Arthur Degner (1887-1972), die Neue Sachlichkeit schon 1925 mit der Berufung Fritz Burmanns (1892-1945). Der Landschaftsmaler Alfred Partikel (1888-1945) und der Lehrer für Figurmalerei Eduard Bischoff (1890-1974) prägten die letzte Phase der Akademieentwicklung um 1930. Die Akademietradition wurde nach 1945 im heutigen Kaliningrad nicht fortgesetzt.

Abbildung:
Eduard Bischoff als Lehrer an der Königsberger Kunstakademie. Foto, 1942.