Die Landschaftsmalerei als Freiluftmalerei wurde im 19. Jahrhundert entdeckt. Auch in Ostpreußen zogen Künstler aufs Land. Neben der Steilküste des Samlands faszinierte sie die kahle Dünenlandschaft der Kurischen Nehrung. Ende des 19. Jh. entwickelte sich dort das Fischerdorf Nidden mit seinem Gasthof Blode zu einem Künstlerort.
Ernst Bischoff-Culm (1870-1917) kam mit weiteren impressionistischen Malern. Auch der bedeutende Expressionist Max Pechstein (1881-1955) war häufiger Gast.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Nidden von Litauen annektiert. Der Fremdenverkehr entwickelte sich nur langsam wieder. Der Großteil der Künstler kam in den 1930er Jahren. Das Zentrum der Künstlerkolonie, das mit 100 Betten ausgebaute Hotel „Hermann Blode“, leitete der Maler Ernst Mollenhauer (1892-1963).
Nach 1945 war Nidden für Jahrzehnte nicht zugänglich. Viele Maler schufen aber Werke in Erinnerung an die Faszination dieses Ortes. Im heute litauischen Nida wird die Maltradition fortgesetzt.
Abbildung:
Das Hotel Hermann Blodes in Nidden, Foto um 1940.