Ostpreußens Landschaft zeichnete sich durch eine Vielfalt natürlicher Lebensräume sowie land- und forstwirtschaftlich genutzter Flächen aus. Die Ostseeküste, ausgedehnte, dunkle Wälder, mehr als tausend kleine und große, tiefe und flache Seen sowie ein hoher Himmel mit eindrucksvoller Wolkenbildung prägen die Erinnerung.
Mit zunehmender Besiedlung im 13. Jahrhundert gingen die Waldgebiete zugunsten ausgedehnter landwirtschaftlicher Nutzflächen zurück. Besonders auf den nährstoffreichen Böden und in den Flusstälern wurde die natürliche Vegetation zurückgedrängt. Dennoch überlebten zahlreiche Großtierarten wie Auerochse, Wisent, Wildpferd (Tarpan), Braunbär oder Elch in der stets dünn besiedelten Landschaft hier deutlich länger als in weiter westlich gelegenen Regionen. Ostpreußens Klima war gekennzeichnet durch kurze heiße Sommer und lange strenge Winter. Entlang der Ostseeküste blieben die Temperaturen stets ein wenig milder; auch waren die Niederschläge häufiger als im kontinental geprägten Osten der Provinz, wo die tiefsten Wintertemperaturen in Deutschland bis 1945 gemessen wurden.