Das Hauptgestüt Trakehnen diente als Versorgungseinrichtung für die ganze Provinz. Seine Geschichte begann als Wiederaufbauhilfe nach den Pestjahren zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Der preußische König verfügte die Gründung des „Königlichen Stuutambts Trakehnen“ im Nordosten der Provinz. 1732 wurden hier 1.101 Pferde zusammengeführt. Sie bildeten den Grundstock eines zunächst im Privatbesitz der preußischen Könige befindlichen Gestüts. Erst 1786 übernahm der Staat die Einrichtung und führte es als „Königlich Preußisches Hauptgestüt Trakehnen“.
Trakehnen war in seiner Blütezeit nach 1920 ein sich selbst versorgender landwirtschaftlicher Großbetrieb auf gut 6.000 Hektar mit 16 Vorwerken. Etwa 3.000 Angestellte und ihre Familien lebten wie in einem Dorf zusammen. Zentrum des gesellschaftlichen Lebens war das Landstallmeisterhaus. Heute liegt Trakehnen im russischen Teil Ostpreußens und heißt Jasnaja Poljana. Pferdezucht gibt es dort keine mehr. Das Landstallmeisterhaus dient als Schule.
Abbildung:
Porträt Wilhelm von Burgsdorf (1775-1849). Lithographie von A. Schamberg, 1839. Als Hauptstallmeister in Trakehnen (1808-1814) brachte er die Pferde des Hauptgestüts vor der Großen Armee Napoleons I. 1812/13 nach Oberschlesien in Sicherheit. Von 1815 bis 1842 baute er als Landstallmeister die Trakehner Pferdezucht wieder auf, verbesserte die Hengstzucht z.B. durch Ankauf von Vollblutpferden in England, errichtete Depots für Militärpferde und vergrößerte den Landbesitz des Hauptgestüts um vier Vorwerke.