Pferde prägten in Ostpreußen das tägliche Leben. Sie zogen Wagen, Kutschen, Pflüge und im Winter Pferdeschlitten. Warmblutpferde waren bis 1945 im dünn besiedelten Ostpreußen für Reisen und Transport unersetzlich. Auf großen Gütern hielt man oft Hunderte von Pferden. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde mit dem „Ermländer“ als schweres Arbeitspferd auch eine Kaltblutrasse in Ostpreußen gezüchtet.
Der Verkauf von ausgebildeten Jungpferden an Kavallerieeinheiten auf den regelmäßig durchgeführten „Remontemärkten“ war eine wichtige Einnahmequelle privater Aufzuchtbetriebe. Im Grenzland Ostpreußen mit seinem großen Truppenanteil war die Nachfrage nach Militärpferden hoch. In der Kreisstadt Wehlau wurde der größte Pferdemarkt Europas ausgerichtet.
Abbildung:
Stuten Trakehner Abstammung ziehen Kartoffelfurchen in Waldkeim (heute nicht mehr existent, bei Domtau/Dolgorukovo), um 1930. Foto: Bildarchiv Ostpreußen