Lange wurden Woll- und Leinenprodukte für den Eigenbedarf auf dem Land selbst hergestellt. Die Mechanisierung des Spinnens und Webens machte dies im 19. Jahrhundert zunehmend unwirtschaftlich.
Mit dem „Heimwerk Ostpreußen“ 1915 setzte der Landfrauenverband neue Impulse. In Heimvolkshochschulen wurden alte Techniken neu vermittelt.
Zum Zentrum für traditionelle Textilien Ostpreußens entwickelte sich ab 1935 das in Masuren gelegene Lyck mit der Teppichknüpferei und der später eröffneten Webschule. Die Erzeugnisse waren beim bürgerlichen Publikum beliebt.
Aus der Idee einer in Stämme und Gaue gegliederten deutschen Volksgemeinschaft ließen nationalsozialistische Organisationen 1939/40 an der Webschule Lyck das „Ostpreußenkleid“ als einheitliche Tracht entwickeln.
Nach Kriegsende griffen auch ostpreußische Vertriebenenorganisationen den Gedanken an eine einheitliche Tracht wieder auf, um eine identitätsstiftende einheitliche Optik für Kundgebungen oder Volkstanzkreise herzustellen.