Das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg

Im Raum Lüneburg wie auch sonst im Norden Deutschlands fanden ab 1945 viele Ostpreußen ihr neues Zuhause. Nach seiner erfolgreichen „Ostpreußischen Jagdausstellung“ kam dem Forstbeamten Hans-Ludwig Loeffke (1906-1974) die Idee für das 1958 in Lüneburg begründete „Ostpreußische Jagdmuseum - Wild, Wald und Pferde“. Als damit das erste ostpreußische Museum nach 1945 öffnete, stand ein Teil der Vertriebenen einer Musealisierung ihrer Heimat ablehnend gegenüber, da man noch auf Rückkehr hoffte. Schon unter Loeffke und seinen Nachfolgern erweiterten sich die Museumsthemen in Richtung einer allgemeinen Landeskunde.

Im Zusammenhang mit der von Willy Brandt eingeleiteten neuen Ostpolitik rückte die Kulturbewahrung der ehemaligen Ostgebiete in den Fokus der Bundespolitik. Professionelle Landesmuseen sollten neben den Heimatstuben die einst reichen Kulturlandschaften bewahren und vermitteln. 1987 entstand mit dem Ostpreußischen Landesmuseum die erste dieser Einrichtungen, wobei man auf der bereits erfolgreichen Arbeit des Jagdmuseums aufbaute. Daneben gab und gibt es weitere wissenschaftliche und kulturelle Institutionen in Lüneburg, die sich einer grenzübergreifenden Kulturarbeit verpflichtet fühlen.

Abbildungen:
1.) Das brennende Alte Kaufhaus
Lüneburg, 22.12.1959
Ende 1959 wütete ein Brandstifter in der Hansestadt, der mehrere historische Gebäude anzündete, darunter das barocke Alte Kaufhaus, in dessen Dachgeschoss sich das gerade ein Jahr alte Ostpreußische Jagdmuseum befand. Nur eine Handvoll Exponate konnte gerettet werden. Loeffke und Mitstreiter eröffneten 1964 mit Unterstützung der Stadt in der Salzstraße ein neues, rasch wachsendes Museum.

2.) Flugblatt mit Protestaufrufen
Lüneburg, Juni 1987
Protestaufruf einer Gruppe linker Organisationen gegen die Eröffnung des Ostpreußischen Landesmuseums 1987. In diesen Jahren waren in mehreren Fällen Neugründungen von kulturhistorischen Museen politisch umstritten. In Lüneburg vermutete man politische Aussagen im Sinne von Rückgabeforderungen der Ostgebiete – in Unkenntnis der neuen Konzeption des Museums.