Nirgendwo in Europa kommt Bernstein so häufig vor wie in Ostpreußen. Bei Palmnicken (Jantarnyi) an der Samlandküste konzentriert sich das aus urzeitlichen Kiefernwäldern stammende einstige Harz. Seine Vielfalt und Schönheit verzaubern die Menschen seit Jahrtausenden.
Eiszeitgletscher brachten Bernstein von der Samlandküste in viele Regionen Mitteleuropas. Besonders an den Küsten von Nord- und Ostsee kann man sie regelmäßig finden. Bernstein ist hervorragend zur Herstellung von Schmuck und Kunstgegenständen geeignet. Bis heute werden ihm aber auch viele andere positiven Eigenschaften zugeschrieben.
Die ältesten bekannten Figuren sind steinzeitlich und 14.000 Jahre alt. Schon in der Antike war Bernstein aus dem späteren Ostpreußen eine begehrte Handelsware im Mittelmeerraum. Später nahm der Deutsche Orden den Bernsteinhandel in seine Hand und kontrollierte Handel und Verarbeitung. Die gewaltigen Einnahmen des wertvollen Materials sicherten über Jahrhunderte den Wohlstand des Ordensstaates und späteren Herzogtums.
Das legendäre Bernsteinzimmer wurde aus ostpreußischem Bernstein gefertigt und 1716 vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. dem russischen Zaren Peter I., dem Großen, geschenkt. 1743 wurde es im Katharinenpalast bei Zarskoje Selo nahe St. Petersburg eingebaut und stand dort bis 1941, als es von der Wehrmacht abgebaut und ins Königsberger Schloss verbracht wurde. Seit 1945 ist es verschollen, vermutlich beim Angriff der Roten Armee verbrannt. 2003 wurde in Zarskoje Selo eine vollständige Rekonstruktion eröffnet, deren Herstellung von der Ruhrgas AG finanziert worden war. Foto: E.ON Ruhrgas
Bernsteingewinnung im Tagebau bei Palmnicken/Jantarnyi im Samland, 2014. Foto: Dr. Christoph Hinkelmann (103)