Wie funktionierte das Land des Deutschen Ordens?

Zur Absicherung seiner Eroberungen gründete der Orden rund 100 Städte und über 1.000 Dörfer, indem er christliche, meist niederdeutsche Siedler über Sonderrechte anlockte. Sie rodeten Wälder, legten Sümpfe trocken und führten moderne landwirtschaftliche und handwerkliche Techniken ein.

Die meisten Städte erhielten mit dem Kulmer Recht ein modernes Stadtrecht, das weitgehende Selbstverwaltung ermöglichte. Der Orden und viele seiner Städte genossen die Privilegien der Hanse. Sie führten vor allem Holz, Getreide und Bernstein aus und dienten als Schnittstelle des Handels zwischen West (Salz, Tuche) und Ost (Wachs, Honig, Felle). Weitgehend einheitliche Maße und Münzen sowie gute Verkehrswege förderten den Handel.

Das Land war in „Komtureien“ gegliedert. Übergeordnete Belange regelten der Hochmeister und seine „Gebietiger“ sowie der Ordenskonvent. Da Ordensbrüder nicht heiraten durften, fiel die Herrschaft über Burgen und Ländereien stets an den Orden zurück. 

Abbildung:
Foto einer großen Mühle aus der Ordenszeit
Die Danziger „Große Mühle“
Der Orden baute die siebenstöckige Mühle um 1350. Sie galt mit ihren 12, später 18 Mühlrädern als die größte Mühle Europas. Mühle und Backofen waren bis 1945 in Betrieb. Bis zu 200 Tonnen Getreide wurden täglich gemahlen und haben zur Ordenszeit ganz Danzig mit Brot versorgt.
Foto: Andrzej Otrębski, Wikipedia Creative Commons Lizenz