Der Vormarsch der Roten Armee auf Reichsgebiet hatte Flucht, Verschleppung und Vertreibung, später auch Ausweisung der meisten Ostpreußen zur Folge. Sie waren - teils Jahre lang - Willkür und Grausamkeit ausgesetzt. Mit den Zerstörungen, der Dreiteilung der Provinz und dem weitgehenden Bevölkerungsaustausch erfuhr der in Jahrhunderten gewachsene Kulturraum eine grundlegende Veränderung.
Die „große Flucht“ setzte im Januar 1945 ein, als die Ostfront zusammenbrach. Bei eisiger Kälte floh die Bevölkerung mit der Bahn, im Treck, zu Fuß oder mit dem Schiff nach Westen. Nach der vollständigen Eroberung der Provinz begannen im Frühjahr 1945 die „wilden“ Vertreibungen: Tausende Zivilisten, vor allem Frauen, wurden deportiert und zur Zwangsarbeit genötigt. Mit dem Potsdamer Abkommen im August 1945 wurden die bisherigen Vertreibungen gebilligt und die Ausweisung der verbliebenen Deutschen beschlossen, allerdings ohne dass Ostpreußen in dem Abkommen genannt wird. Die Zwangsmaßnahmen und Ausweisung waren die Folge des von Deutschland begonnenen und geführten Vernichtungskriegs. Ihm fielen die Bewohner der besetzten polnischen Gebiete als erste zum Opfer.