Am 13. Januar 1945 eröffnete die Rote Armee ihren Großangriff auf Ostpreußen, nachdem sie erstmals am 16. Oktober 1944 die deutsche Grenze überquert hatte. Die NS-Führung hob das Fluchtverbot für die Zivilbevölkerung erst unmittelbar vor dem Einmarsch auf. Eine Evakuierung war dadurch nicht mehr möglich. Kampfhandlungen und Eiseskälte forderten viele Opfer.
Ein Teil der Bewohner floh mit der Bahn oder mit Pferdefuhrwerken nach Westen. Bereits am 26. Januar 1945 waren alle Landverbindungen nach Westen durch die rasch vorstoßende Rote Armee gekappt. Flüchtlinge wurden von der Front überrollt oder kehrten in ihre Dörfer zurück, wo sie ein unbekanntes Schicksal erwartete. Viele ertranken bei der Flucht über das zugefrorene Haff, über das sie den schmalen Landweg auf der Frischen Nehrung nach Danzig zu erreichen versuchten. Ein anderer Teil der Eingekesselten wurde bis zum 25. April vom Hafen Pillau aus über den Seeweg nach Danzig, Gdingen (Gotenhafen) und Hela ausgeschifft. Von dort wurden sie sie weiter nach Westen, in der Regel in das von Deutschland besetzte Dänemark gebracht.
Abbildung:
Karte der sowjetischen Offensive in Ostpreußen und der unterschiedlichen Fluchtwege der Bevölkerung