Die Flucht und Evakuierung der Zivilbevölkerung aus Ost- und Westpreußen erfolgte wesentlich über die Ostsee, da der Landweg Richtung Westen ab dem 26. Januar 1945 unterbrochen war. Weil viele deutsche Ostseehäfen zerstört waren, führte diese Evakuierung über die See meist in das bis zum 5. Mai 1945 von Deutschland besetzte Dänemark. In rund 1.100 Lagern waren dort bei Kriegsende etwa 245.000 Flüchtlinge, zumeist Frauen, Kinder und alte Menschen, notdürftig untergebracht. Im ersten Jahr starben rund 13.700 Personen.
Nach der deutschen Kapitulation wurden die Lager zunächst unter dänischer Verwaltung weitergeführt. Die alliierten Siegermächte verweigerten zu diesem Zeitpunkt die Aufnahme der Internierten angesichts der von Flüchtlingsströmen überlasteten Besatzungszonen.
Mit einfachsten Mitteln organisierten die Geflüchteten, unterstützt von den örtlichen Verwaltungen, ihren Alltag bis hin zu Schule, Sport und kulturellen Veranstaltungen. Ende 1946 wurden die ersten Lagerinsassen in die westlichen Besatzungszonen umgesiedelt. Erst im Februar 1949 zeichnete sich ein Ende der Flüchtlingslager in Dänemark ab.