Kein Dach über dem Kopf und fast nichts auf dem Teller – Maßnahmen gegen die Not

In einem zerstörten Land mit zerbombten Großstädten wurde den Millionen Flüchtlingen der Wohnort von den Gemeinden zugeteilt. Die Besatzungsmächte erließen weitreichende Verordnungen, was den Bürgermeistern die Möglichkeit gab, Quartiere zu beschlagnahmen. Dies führte zu Spannungen mit den Einheimischen. Flüchtlinge lebten zum Teil mehr als ein Jahr lang in Notquartieren ohne fließendes Wasser oder Heizmöglichkeit.

Fast überall wehrte man sich gegen den weiteren Zuzug und wies auf die schlechte Ernährungslage und die hygienische Situation hin. Im Volksmund sprach man von Lüneburg als der „Stadt der 1.000 Giebel und 1.000 Kübel“, da es vielerorts noch keinen Kanalisationsanschluss gab. Tuberkulose, Typhus und Krätze waren verbreitete Krankheiten.

Aufgrund des enormen Bevölkerungszuwachses, der zerstörten Infrastruktur und kriegsbedingter Mängel bei der Feldbestellung konnte der Lebensmittelbedarf nicht gedeckt werden. Ein Normalverbraucher erhielt 1.550 Kalorien - etwa sechs Scheiben Brot pro Tag - auf Lebensmittelkarten zugeteilt. Spenden aus dem Ausland linderten die Not, Hamsterfahrten und Schwarzmarkt waren Alltag.

Abbildung:
Hamsterfahrt
Zu Tausenden kamen die hungernden Städter aus Hamburg auf das flache Land, um Nahrungsmittel einzutauschen.
Archiv der Landeszeitung, Foto: Josef Makovec