Die Christianisierung und Unterwerfung des späteren Baltikum und der dort lebenden Völker erfolgte durch die Gründung von Bistümern und Niederlassungen von Kaufleuten sowie durch die Ritter des Deutschen Ordens, die bis Anfang des 14. Jahrhunderts weite Gebiete unter ihre Herrschaft bringen konnten. Litauens Entwicklung war hiervon nicht betroffen.
Bereits seit dem 12. Jahrhundert war die baltische Küstenregion aufgrund der Handelsrouten aus Russland für deutsche Kaufleute interessant. Riga, Reval (Tallinn) und Dorpat (Tartu) gelangten insbesondere im 15. Jahrhundert zu großem Reichtum, als sie als Teil der Hanse den Ostseehandel dominierten und zugleich kulturell stark von Deutschland, Dänemark und Schweden beeinflusst wurden. Die Landesherrschaften der Bischöfe und des Deutschen Ordens gingen um die Mitte des 16. Jahrhunderts im Livländischen Krieg unter. Kurland kam unter polnische Lehnshoheit, Livland fiel an Polen-Litauen, Estland an Schweden. Die politische, ökonomische und soziale Vorherrschaft gegenüber der Mehrheitsbevölkerung der Letten und Esten blieb den deutschbaltischen Führungsschichten erhalten.
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Ethnien und Sprachen im Baltikum um 1200
Um 1200 besiedeln baltische Stämme und Ostseefinnen (Esten und Liven) die baltische Region. Die baltischen Semgaller, Lettgaller, Selen und Kuren bilden später das Volk der Letten. Estland ist dichter besiedelt als Lettland; in beiden Ländern zusammen leben etwa 300.000 Menschen.