Die Hanse als Kulturraum

Der Erfolg der Hanse lag in Netzwerken und persönlichen Kontakten ihrer Kaufleute begründet. Das Lübecker Niederdeutsche war die Verkehrssprache zwischen Brügge im Westen und Nowgorod im Osten. In den Kirchen - meist im Stile der Backsteingotik errichtet – wurden dieselben Heiligen verehrt. Auch das Rechtssystem war vertraut, da viele Städte im Osten, darunter Reval, sich am „Lübischen“ Recht, dem Stadtrecht Lübecks, orientierten.

Junge Kaufmannssöhne lernten fern der Heimat in den Kontoren von Handelspartnern; geheiratet wurde auf der Basis wirtschaftlicher Vorteile und nicht aus Liebe. Die Kaufleute, organisiert in Gilden, besprachen ihre Probleme regelmäßig auf „Hansetagen“, die häufig in Lübeck stattfanden. Sie beherrschten aufgrund ihres Wohlstands und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung die Stadträte.

Trotz der gewaltigen Entfernung glichen die norddeutschen Städte wie Lüneburg in vielerlei Hinsicht eher den baltischen Städten als den geografisch näherliegenden im süddeutschen Raum.

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Der Revaler Totentanz von Bernt Notke (um 1435-1509) ist nicht nur Ausdruck der Vergänglichkeit des Lebens, sondern auch des Kulturtransfers im Hanseraum. Zunächst entstand 1463 unter dem Eindruck der Pest ein erstes Werk des Künstlers in der Lübecker Marienkirche, dem eine eigenhändige Replik in der Revaler (Tallinn) Nikolaikirche um 1500 folgte.