Missionierung und Landnahme

Mit dem von Lübeck ausgehenden Fernhandel erreichten Ende des 12. Jahrhunderts auch Missionare die baltischen Küsten. Nachdem eine friedliche Missionstätigkeit gescheitert war, rief der Papst zum Kreuzzug auf, um das Land mit Gewalt zu christianisieren.

Der Bremer Domherr Albert von Buxhoeveden gründete als Bischof von Livland 1201 die Stadt Riga. 1202 wurde ihm der Schwertbrüderorden, der später im Deutschen Orden aufging, zur Unterwerfung der Heiden und zum Schutz der missionierten Gebiete unterstellt. Die einheimischen Völker wehrten sich gegen den Verlust ihrer Selbständigkeit, doch bis zum Ende des 13. Jahrhunderts stand das gesamte von Esten, Liven und Letten bewohnte Gebiet unter deutscher, teilweise dänischer Herrschaft. Die geistlichen Landesherren bauten mächtige steinerne Burgen und Kirchen. Deutsche Vasallen der Bischöfe bekamen für den Kriegsdienst Land zu Lehen. Der Stand der Lehnsritter wurde erbberechtigt und schloss sich zu Ritterschaften zusammen. Ein Zuzug deutscher Bauern wie in Preußen erfolgte jedoch nicht.

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Karte: Deutscher Orden und Bistümer in Livland um 1410
Livland besteht aus vier bischöflichen Landesherrschaften und der Herrschaft des Deutschen Ordens. Die Stifte werden von Bischöfen beherrscht, die ständig mit dem Orden rivalisieren.