Seltene und große Tierarten

In den großen Waldgebieten, die das Land vor der Besiedlung durch die Ordensritter bedeckten, lebten zahlreiche Tierarten, die in westlicher gelegenen Regionen längst selten geworden oder ganz verschwunden waren. Insbesondere die großen, jagdlich interessanten Säugetiere wurden verfolgt. Auerochse, Wisent, Wildpferd (Tarpan), Elch und Rothirsch stellten die Pflanzenfresser, denen als größte Raubtiere Braunbär, Wolf und Luchs gegenüberstanden. Bis auf Elch und Rothirsch waren sie bis 1945 längst ausgerottet worden, doch Wölfe kamen stetig aus dem Osten ins Land und wurden als „Raubwild“ bekämpft.

Rehe, Wildschweine, Biber und größere Vogelarten wie Gänse, Schwäne, Graureiher, Auer- und Birkhühner waren zunächst weit verbreitet und wurden zur Ernährung genutzt. Auch zahlreiche Raubtierarten wie Rotfuchs, Dachs, Wildkatze, Baummarder, Fischotter oder Nerz waren zu Beginn der Besiedlung nicht selten. Neue, durch den Menschen gekommene Wildarten sind z.B. Damhirsch, Marderhund und Mink.

Abbildung: 
Wolfsfang im Wolfsgarten. Kupferstich von Johann Elias Ridinger, 1750. Aus Gruben, in denen Beutetiere warten mussten, konnten einzelne oder mehrere Wölfe nicht selbst herauskommen und fielen den Jägern zum Opfer. Besonders im 17. Jahrhundert wurde diese Fangmethode in Ostpreußen häufig angewandt, sie ist aber bis ins 19. Jahrhundert nachgewiesen.