Die tausenden Seen Masurens, die ostpreußischen Flüsse und Haffe wie auch die küstennahe Ostsee waren äußerst fischreich und entsprechend vielfältig die Fangmethoden. Auf dem Kurischen Haff setzte man große Zugnetze („Bradden- und Kurrengarn“) oder das trichterförmige „Keitelnetz“ ein. Im Winter führte man die „Klapperfischerei“ mit Netzen unter dem Eis durch, das Klappern mit Hölzern trieb die Fische hinein.
Die wichtigsten gefangenen Fische waren Lachs, Dorsch, Hering, Flunder, Steinbutt, Sprotte, Stint, Aal, Flussbarsch, Zander, Schleie, Rotauge, Hecht, Karausche und Kleine Maräne. Allein auf dem Kurischen Haff fingen rund 1.500 Fischer in den 1930er Jahren jährlich etwa 14.000 t Fisch.
Der Fang diente vor allem in geräucherter Form dem Verkauf auf den Fischmärkten der nahen Städte. Das Leben der Fischer war hart und von Armut geprägt. Auf der Kurischen Nehrung sprachen viele von ihnen noch „Kurisch“, ein heute ausgestorbener lettischer Dialekt.
Abbildung:
„Krajebieter“ auf der Kurischen Nehrung
Zur Auflockerung ihrer äußerst eintönigen Ernährung fingen die Bewohner der Kurischen Nehrung Nebelkrähen, meist mit Lockvögeln und Netzen. Die Tötung der Tiere erfolgte mit einem Biss in die Schädeldecke, was als einfachste Methode galt.
Foto: Bildarchiv Ostpreußen
Titelzitat aus: Denkschrift des Oberfischmeisters für die Binnengewässer Ostpreußens, 1923