Lediglich 20 Prozent der Erwerbstätigen, weniger als die Hälfte im deutschen Durchschnitt, waren in Ostpreußen in Industrie, Bergbau und Handwerk beschäftigt. Im westpreußischen Elbing und in Königsberg entstanden gleichwohl mehrere überregional bedeutsame Maschinenbau- und Industriebetriebe wie die Schichau-Werke, die Union-Gießerei, die Leopold-Steinfurt-Waggonfabrik sowie der Landmaschinenhersteller Komnick. In Elbing beschäftigte Loeser & Wolff mehrere Tausend Frauen in der Zigarrenproduktion.
Mit dem Bau des Oberländischen Kanals und der Eisenbahn entstanden neben den Zellulosefabriken in Tilsit und Ragnit Sägewerke und Holzhandel im waldreichen Masuren und dem Oberland.
Königsberg entwickelte sich zu einem rasch wachsenden Zentrum des Warenumschlags, das Danzig und Memel deutlich den Rang ablief. Mit den neuen Grenzen 1920 bekam Königsberg einen Hochseehafen; der Seeweg wurde für die Verbindung zum übrigen Deutschen Reich für die Provinz elementar.
Abbildung:
1.) Die Fachwerkspeicher auf der Lastadie (Verladekai) stammten aus dem 16.-18. Jahrhundert. Mit dem Ausbau eines Hochseehafens im Bezirk Contienen, der die damals weltweit größten Getreidespeicher erhielt, wurde der alte Hafen eine nostalgische Touristenattraktion.
Foto: Bildarchiv Ostpreußen
2.) Segelschiffe vom Typ Brigg am Hundegatt (ein Pregelarm) im Königsberger Hafen
Foto: Bildarchiv Ostpreußen