Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (1776 Königsberg - 1822 Berlin)

Hoffmann war einer der Begründer der phantastischen Literatur in Europa, schon von Zeitgenossen der „Gespenster-Hoffmann“ genannt. In Werken wie den „Lebens-Ansichten des Katers Murr“ konfrontierte er die zerrissene Psyche romantischer Genies mit dem nüchtern-verständnislosen Bürgertum. Doppelgänger, Automaten, künstliche Menschen und die Musik spielten in den Erzählungen und Romanen eine Hauptrolle. Auch seine karikaturistischen Zeichnungen zeigen grotesken Humor.

Hoffmanns rastloses Leben war geprägt von Geldnot und Alkoholismus. Den Vornamen Amadeus nahm er als Verehrer Mozarts an; er komponierte unter anderem die Oper „Undine“. Nach dem Jurastudium in Königsberg wurde Hoffmann 1800 in Posen zum Assessor ernannt. 1808 bis 1813 war er Kapellmeister, später Musikdirektor in Bamberg, Dresden und Leipzig, ab 1816 Kammergerichtsrat in Berlin.

Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Kunstmärchen „Der goldne Topf“ und „Der Nussknacker und Mäusekönig“ sowie die Erzählung „Die Serapions-Brüder“.

Abbildung:
Hugo Steiner-Prag, Buchillustration zu "Kreisleriana" von E.T.A. Hoffmann, 1923
„Kreisleriana“ ist eine Sammlung von Einzeltexten um den Kapellmeister Johannes Kreisler, der als die „Künstlerfigur der Romantik überhaupt“ gilt.
Das Bild zeigt oben rechts den phantasierenden Kreisler neben besorgten Freunden und seine Visionen von fünf skurrilen Phantasiegestalten. Die Figur des Kreisler-Doppelgängers links erinnert an E.T.A. Hoffmann selbst.