Herder war ein Kulturphilosoph von fundamentaler Bedeutung und als Freund Goethes wegweisend für die deutsche Klassik. Hinter heute prominenteren Dichtern dieser Zeit tritt er als großer Anreger zurück. Er erkannte die Bedeutung der Sprach- und Kulturgeschichte für die Identität jedes Volkes. So wurde er zum Begründer des neuzeitlichen Nationalstaatsgedankens. Sein „Journal meiner Reise im Jahre 1769“ - von Riga nach Nantes und Paris - spiegelt die revolutionären Erziehungsideale Rousseaus und entdeckte die Subjektivität für die Epoche des Sturm und Drang.
Herder wurde als Student in Königsberg von Kant und Hamann beeinflusst. Zunächst war er Lehrer und Geistlicher in Riga, dann 1771 Hofprediger in Bückeburg, ab 1776 Generalsuperintendent und Oberkonsistorialrat in Weimar.
Seit 1778 sammelte er Volkslieder vieler Länder, posthum herausgegeben als „Stimmen der Völker in Liedern“. Sein Hauptwerk sind die „Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit“.
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Das Geburtshaus Herders in Mohrungen, um 1820
Herder wurde als Sohn des „Kantors, Glöckners und Mädchenschullehrers Gottfried Herder“ in der Kleinstadt Mohrungen im Oberland geboren. Das Haus wurde 1945 zerstört. In Mohrungen steht das sehenswerte barocke „Dohna-Schlösschen“, in dem sich ein Herder-Museum befindet.
Foto: Bildarchiv Ostpreußen