Bobrowski war ein Lyriker von solitärem Rang. Sein Hauptthema ist die geschichtliche Schuld der Deutschen in Osteuropa. Seine ungeglättete Bildersprache erweckt die immer schon von Geschichte und Gewalt geprägte Landschaft zum Leben, etwa in dem Gedicht „Gedenkblatt“ für verfolgte Zigeuner im Band „Schattenland Ströme“.
Der Roman „Levins Mühle“ schildert in staccatohafter Sprache den ungesühnten Zerstörungsakt eines reichen Mühlenbesitzers gegen einen jüdischen Konkurrenten. Im Roman „Litauische Claviere“ spiegeln sich Konflikte zwischen Litauern und Deutschen im Memelland um 1936.
Bobrowski wuchs an der Memel auf und studierte Kunstgeschichte in Berlin. Im Zweiten Weltkrieg war er Soldat und bis 1949 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Später arbeitete er als Verlagslektor in Ostberlin.
Ab 1960 nahm Bobrowski an den Treffen der Gruppe 47 teil und erhielt zwei Jahre später deren Preis, wodurch er auch im westlichen Deutschland und international bekannt wurde.
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Günter Grass und Johannes Bobrowski (re.) in Stockholm 1964 bei einer Tagung der Gruppe 47.
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