Simon Dach (1605 Memel - 1659 Königsberg)

An seinen Gönner, den Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, schrieb der Dichter des Barocks 1658: „Diese Kunst der Deutschen Reime / Lernet Preussen erst von mir“. Wie sein Zeitgenosse Martin Opitz sah er sich als Begründer einer eigenständigen deutschen Dichtung in Zeiten, als viele fremde Truppen in Deutschland standen und der Adel am liebsten Französisch sprach. Seit 1639 Professor für Poesie an der Königsberger Universität, schrieb er bewusst volkstümlich. Neben zahlreichen Gelegenheitsgedichten für Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse entstanden Choräle, die an die Sterblichkeit des Menschen erinnerten.

In der 1626 als geselliger Verein von Dichtern und Musikern gegründeten Königsberger „Kürbishütte“ wurden auch seine Lieder und Gedichte vorgetragen. „Ännchen von Tharau“ - Simon Dach zugeschrieben und von Herder ins Hochdeutsche übertragen - preist in christlichen Bildern die Liebe einfacher Leute.

Abbildung:
Simon Dach, nach einem Kupferstich um 1830