Ostpreußens Küste ist durch zwei Landzungen, so genannte Nehrungen, gekennzeichnet. Sie trennen zwei Flachwassergebiete vom offenen Meer ab, die man Haffe nennt. Die Nehrungen sind erst nach der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren entstanden. Die Frische Nehrung ist 70 km lang und misst an der breitesten Stelle 1,8 km. Die Kurische Nehrung erstreckt sich über 98 km und ist maximal 3,8 km breit. Das Kurische Haff ist etwa siebenmal so groß wie der Bodensee.
Die Nehrung entstand durch stetige Ablagerung von Sand durch die Meeresströmung von West nach Ost vor einer ehemaligen Bucht. Eine wachsende Sandbank bildete einen Riegel zum offenen Meer, der mehrere Flüsse aufstaute. So entstand eine Flachwasserzone, das Haff, die nur an einer Stelle mit der Ostsee verbunden ist. Süß- und Meerwasser mischen sich hier zu Brackwasser und bilden ideale Bedingungen für die Fischbrut.
Beeindruckend auf der Nehrung waren gewaltige, heute zunehmend bewachsene Dünen und der herbstliche Vogelzug.
Abbildung:
Kurische Nehrung bei Rossitten/Rybatschij auf der Ostseeseite, 2014. Foto: Dr. Christoph Hinkelmann