Tiere und Pflanzen in Ostpreußen – zahlreich und vielfältig

Ostpreußen liegt an der Grenze zweier Klimazonen: die westlich-atlantische mit eher milden Temperaturen sowie die östlich-kontinentale mit kurzen heißen Sommern und langen kalten Wintern. Daher verlaufen mehrere Verbreitungsgrenzen von Tieren und Pflanzen durch das Land. Der im Westen einst dominierende Laubwald geht in eine für den Osten typische Mischwaldregion über. Das Klima beeinflusst oft auch das Wachstum: Rehböcke etwa entwickeln hier kräftigere Geweihe als weiter westlich.

Die seit dem Mittelalter sich vom Westen ausbreitende Landnutzung zerstörte die bis dahin geschlossene Waldzone. Besonders auf landwirtschaftlich wertvollen Ton- und Lehmböden entstand eine offene Kulturlandschaft. Die vergleichsweise geringe Einwohnerzahl und mehrere große Wälder lassen aber weiterhin Raum für viele Pflanzen und Tiere auch seltenerer Arten. Dieser Reichtum und die Besonderheiten der Landschaft, etwa das Wechselspiel von Meer, Seen, Land und Wolken, begeistern bis heute.