Nach den Reformen seines Vaters im Innern begann Friedrich II. eine aggressive Außenpolitik, die das Königreich Preußen zur europäischen Großmacht aufsteigen ließ.
Das spätere Ostpreußen litt dabei besonders unter dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763), bei dem es Kriegsschauplatz und für mehrere Jahre von russischen Truppen besetzt wurde.
Die Beziehung zu Polen wurde durch die Erste Teilung Polens 1772 dauerhaft belastet. Dabei musste das geschwächte, unter der Vormacht Russlands stehende Königreich Polen-Litauen aufgrund diplomatischen Drucks wichtige Landesteile an Preußen, Russland und Österreich abtreten. Preußen erhielt mit Ausnahme von Danzig und Thorn das seit 1466 polnische „Preußen Königlichen Anteils“. Damit war die strategisch wichtige Landverbindung zu Ostpreußen geschaffen. Den neuen Teil nannte man Westpreußen; das bisherige Preußen wurde um das katholische Ermland erweitert und hieß nun Ostpreußen. Friedrich wurde vom König in zum König von Preußen.
Abbildungen:
1.) Anton Graff (1736-1813): Porträt Friedrichs II., 1781
Der Preußenkönig bietet als Aufklärer, musischer Freigeist und zugleich aggressiver Machtpolitiker ein widersprüchliches Bild. Als „Alter Fritz“ begann früh seine Verehrung, die nicht nur dem Feldherrn, sondern auch dem aufgeklärten Monarchen galt, der sich um die Rechtsstaatlichkeit verdient gemacht hatte. Für Ostpreußen prägend wurde auch die durch Frederick Vorangetriebene Einführung der Kartoffel als wichtige Nutzpflanze.
2.) „Der Königskuchen“: zeitgenössische Karikatur zur ersten Teilung Polens 1772 von Jean-Michel Moreau, hier ein Stahlstich von P.L. Vernier 1810. Österreich-Ungarn, Preußen und Russland teilen Polen auf. Rechts weist Friedrich II. auf seine Ansprüche am „Kuchen“, der Karte Polens, im Austausch mit Kaiser Joseph II. Ganz links sitzt die Zarin Katharina II. „die Große“, die sich dem polnischen König Stanisław II. August zuwendet, dem die Krone vom Kopf rutscht. Die Teilung verhinderte einen Krieg der Großmächte, stellte aber einen Rechtsbruch dar. Das Reformwerk des Wahlkönigs Stanisław August, der 1791 die erste aufgeklärte Verfassung Europas verabschiedete, wurde nachhaltig gebremst. 1793 und 1795 kam es zu zwei weiteren Teilungen, an deren Ende Polen als eigenständiger Staat bis 1918 verschwand. Der Hitler-Stalin-Pakt von 1939 gilt manchen als vierte Teilung Polens, da auch damals Polen von seinen Nachbarn unrechtmäßig und gewaltsam aufgeteilt wurde.