Der Aufstieg zum König: Friedrich III./I. und die Königsberger Krönung 1701

Kurfürst Friedrich III. (1657-1713) gelang mit seiner Rangerhöhung als Friedrich I. zum „König in Preußen“ der entscheidende Schritt, seine Herrschaftsgebiete nach außen und innen zu einen. In den Folgejahrzehnten etablierte sich der Name „Preußen“ für das gesamte Königreich.

Der Weg zur Königskrone war diplomatisch schwierig, da der Kaiser eine Rangerhöhung innerhalb des Reiches nicht akzeptierte. Friedrich nutzte den Streit um den vakanten spanischen Thron, um mittels Geldzahlungen und Truppenhilfe die kaiserliche Zustimmung zu erlangen. Polen stimmte ebenfalls zu, da er die Wahl des sächsischen Kurfürsten August zum König von Polen unterstützt hatte.

Die Selbstkrönung am 18.1.1701 erfolgte mit großem Pomp: Der Berliner Hof war mit 300 Wagen nach Königsberg gezogen. Friedrich liebte die Repräsentation und pflegte eine teure Hofhaltung. Sein Staat litt unter Steuern, Schulden und der Pest, der in der Region des späteren Ostpreußens etwa ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer fiel.

Abbildung:
Antoine Pesne (1683-1757): Porträt Friedrich I. als König in Preußen auf dem Thron
Friedrich präsentiert sich auf diesem undatierten Porträt mit den Insignien seiner neuer neuen Macht: Auf dem Thron im Hermelinmantel sitzend, das goldene Zepter in der Hand, die diamantengeschmückte goldene Krone und der rubinenverzierte preußisch-blaue Reichsapfel auf einem Tisch daneben. Friedrich legte Wert auf angemessene Repräsentation und baute Berlin zu einer barocken Residenzstadt aus mit dem heute wiedererrichteten Stadtschloss von Andreas Schlüter oder dem Schloss Charlottenburg, wo das Original des Gemäldes hängt.