Der Zug der „Salzburger Exulanten“

Ostpreußen bot vielen Religionsflüchtlingen, vor allem Protestanten, eine Heimat. Im Norden entstand bald „Preußisch-Litthauen“, nach Masuren kamen evangelische Polen. Aber auch Schweizer, Schotten, Hessisch-Nassauer und niederländische Mennoniten waren prägend. Letztere siedelten im Memelgebiet und entwickelten den berühmten Tilsiter Käse.

Vor allem Friedrich Wilhelm I. förderte die „Re-Peuplierung“ Ostpreußens. Dort waren der „Großen Pest“ 1709-1711 bis zu 250.000 Menschen zum Opfer gefallen, mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Ganze Landstriche waren öd und entvölkert.

Spektakulär war der Zug der Salzburger, denen er 1732 ein „Einladungspatent“ ausstellte. Teilweise mitten im Winter waren etwa 20.000 Salzburger Protestanten von ihrem Landesherrn, dem katholischen Erzbischof Leopold von Firmian, ausgewiesen worden. Tausende Familien wanderten in mehreren Zügen bis ins nördliche Ostpreußen. Auf dem Weg über Berlin begrüßte sie der König mit „Mir neue Söhne, Euch ein mildes Vaterland“.

Abbildungen:
1.) Der Zug der Salzburger, „Es müssen die Berge eh als Gottes Gnade weichen“, Kupferstich von Elias Baeck, 1735
Aus der gebirgigen Salzburger Landschaft mit dem Fluss Salzach und mehreren Orten schlängelt sich eine große Volksmenge unter dem Segen der Gottesmutter Maria. Ihrem Strahlenkranz entströmen Trostworte. Im Heiligenschein (Glorie) steht Psalm 32, Vers 8, der da lautet: „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, / den du gehen sollst…“ Für den Künstler stand der Zug nach Preußen unter Gottes Schirm und Segen.

2.) Die Ankunft der Salzburger in Königsberg, Kupferstich, um 1735