Seit 1713 König, modernisierte er Verwaltung und Wirtschaft und sanierte die durch die prächtige Hofhaltung seines Vaters maroden Finanzen. Er gab dem Land eine innere Struktur und prägte es nachhaltig.
Trotz strenger Sparsamkeit verdoppelte der „Soldatenkönig“ sein Heer und sicherte so die Unabhängigkeit des Königreiches, wo das Militärische seither Vorrang gegenüber allem Zivilen hatte. Er war fromm, galt aber als despotisch, lebte selbst schlicht und arbeitete viel. Höfisches Gebaren, Kunst und Wissenschaft bedeuteten ihm wenig, er liebte aber die Jagd.
Im späteren Ostpreußen hat er sich wie kein anderer beim Wiederaufbau des nach Krieg und Seuchen darniederliegenden und teilweise entvölkerten Landes ausgezeichnet.
Gerade dort disziplinierte er den Adel durch das Kadettenwesen, einer Offiziersausbildung bereits ab Kindesalter. Zudem verbot er den Heeresdienst im Ausland. Adelsgüter wurden neu vermessen und besteuert. Erstmals wurden Domänen, königliche Güter, an Bürgerliche verpachtet.
Abbildungen:
1.) Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699-1753): Friedrich Wilhelm I., um 1737
Der „Soldatenkönig“ lässt sich als König gänzlich anders als sein Vater malen: Stehend als Soldat mit Brustharnisch, Stiefeln und in der schlichten Uniform eines Obersts. In der Hand hält der König einen Marschallstab als Insignie der militärischen Kommandogewalt, jedoch kein Zepter. Anstelle von Krone oder der langlockigen Allongeperücke trägt der „Soldatenkönig“ lediglich eine im Militär übliche kurze.
2.) Edikt von Friedrich Wilhelm I. 1724, hier zur Regelung von Wildeinfuhr in die Stadt. Der König selbst regelte bis ins Detail mit zahlreichen Erlassen die Vorgänge seiner Verwaltung und das tägliche Leben seiner Bürger. Die „preußische Ordnung“ ist wesentlich auf sein Wirken zurückzuführen.