Preußische Souveränität: Friedrich Wilhelm III., der „Große Kurfürst“ (1620-1688)

Geprägt von den Schrecken des 30jährigen Krieges (1618-1648) suchte der ab 1640 herrschende Kurfürst sein auseinandergerissenes Gebiet, das vom Herzogtum Preußen über die Mark Brandenburg bis an den Niederrhein reichte, durch ein stehendes Heer zu sichern. 1655 kam es zum Nordischen Krieg zwischen Schweden und Polen-Litauen, in den auch Preußen hineingezogen wurde. Als relevante militärische Kraft und nach mehreren Seitenwechseln konnte der Kurfürst in den Verträgen von Wehlau 1657 und Oliva 1660 die Lehnsunabhängigkeit des Herzogtums Preußen von Polen aushandeln. Der Krieg reduzierte jedoch gerade in Masuren durch Gewalt und Plünderungen (sogenannter Tatareneinfall), Seuchen und Hunger die Bevölkerung um die Hälfte.

Mit harter Hand setzte sich der Kurfürst auch gegen die widerstrebenden preußischen Stände durch (Königsberger Aufstand), konnte so die Grundlage für eine zentralistische, brandenburgisch-preußische Verwaltung legen und sich als absolutistischer Herrscher etablieren.

Abbildung:
Wilhelm Simmler: Jagd über das Kurische Haff, Entwurf eines Gemäldes für die Berliner Ruhmeshalle 1883/86.
Im Brandenburg-Schwedischen Krieg (1674-1679) erlangte der „Große Kurfürst“ seinen Beinamen durch den Sieg bei Fehrbellin 1675 und einen ungewöhnlichen Winterfeldzug im Januar 1679, bei dem die preußischen Truppen mit über 1.000 Schlitten die Schweden aus dem Herzogtum Preußen vertrieben. Der originale Schlitten des Kurfürsten war lange im Königsberger Schloss zu bewundern.