Preußens Krise, Preußens Befreiung – der Krieg gegen Napoleon

Napoleon Bonaparte, Kaiser von Frankreich, schlug 1806 die verbündeten Preußen und Russen vernichtend. Der königliche Hof floh nach Ostpreußen. 1807 kam es zum Frieden von Tilsit: Preußens Territorium wurde halbiert, das Heer stark reduziert. 1812, nach Napoleons desaströsem Russlandfeldzug, begannen in Ostpreußen die „Befreiungskriege“.

Nach der Revolution 1789 führte Frankreich gegen viele Länder Europas Krieg und besiegte zuletzt auch Preußen unter König Friedrich-Wilhelm III. Infolge der verheerenden Friedensauflagen setzten sich 1807 Reformkräfte am Hof durch und konnten gesellschaftliche und militärische Neuerungen durchsetzen.

Preußen musste Napoleon bei seinem Zug gegen Moskau 1812 unterstützen. Jedoch nutzten einige Offiziere den Moment der französischen Niederlage, sich wieder mit Russland zu verbünden und gegen die französische Besatzung aufzulehnen. In Königsberg wurde der Kampf gegen Napoleon ausgerufen, der zu einer regelrechten Volksbewegung wurde und siegreich endete. Preußen gelangte zu neuer europäischer Größe und entwickelte sich zur Vormacht im deutschsprachigen Raum.

Abbildung:

Otto Brausewetter (1835-1904): Ansprache des Grafen von Yorck vor den ostpreußischen Ständen in Königsberg am 5. Februar 1813, Kopie von Ludwig Christoph nach einem zerstörten Gemälde des ostpreußischen Malers.

Generalleutnant Ludwig Yorck von Wartenburg (1759-1830) hatte als Kommandeur des preußischen Hilfscorps im französischen Heer das Bündnis mit Russland eingeleitet und die „Konvention von Tauroggen“ unterzeichnet. Mit seiner Rede vor dem Königsberger Landtag rief er zur Aufstellung einer preußischen Landwehr auf, die alle Männer im wehrfähigen Alter umfasste und damit die kurz darauf eingeführte allgemeine Wehrpflicht vorwegnahm. Die Begeisterung zum Widerstand gegen Napoleons Herrschaft ergriff weite Teile der Bevölkerung.