Das Ende der Trakehner Pferdezucht in Ostpreußen und der Neuanfang im Westen

Als im Zweiten Weltkrieg die Eroberung der Provinz drohte, veranlasste der Landstallmeister, die Pferde des Hauptgestüts in Sicherheit zu bringen. Zunächst wurden die Junghengste nach Westen verbracht. Im Oktober 1944 floh der Restbestand von 668 Tieren aus Trakehnen zu verschiedenen Notunterkünften. 290 Tiere gelangten nach Mecklenburg, wo sie bei Kriegsende der sowjetischen Armee in die Hände fielen. Nur 27 von ihnen brachte man heimlich über die Grenze nach Schleswig-Holstein. Zusammen mit 58 Junghengsten im niedersächsischen Solling waren sie die einzigen Pferde des Hauptgestüts in den westlichen Zonen.

Im Januar 1945 zogen Tausende Pferde die Treckwagen der Zivilbevölkerung. Aber nur wenige überlebten die Flucht und die Not der Nachkriegsjahre. Schon bald begann man, die wenigen Pferde Trakehner Abstammung zu erfassen und unter großen Schwierigkeiten auf privaten Gütern einen neuen Bestand aufzubauen. Bis heute werden außer Vollblutpferden keine anderen Rassen eingekreuzt.

Abbildung: Pferde Trakehner Abstammung in Rantzau, Schleswig-Holstein, um 1950. An mehreren Orten vor allem in Nordwestdeutschland versuchte man nach 1945, die aus Ostpreußen geflohenen Pferde Trakehner Abstammung zusammenzuführen und die Reinzucht weiterzuführen. In Rantzau wurden bis in die 1990er Jahre Trakehner Pferde gezüchtet. Foto: Archiv Erhard Schulte