Der Hitler-Stalin Pakt und die Folgen - die Umsiedlung der Deutschbalten

Mit dem Abschluss des Hitler-Stalin-Paktes am 23. August 1939 und dem dazugehörigen geheimen Zusatzprotokoll wurde das östliche Europa zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion aufgeteilt, wobei Estland und Lettland an die sowjetische Interessensphäre fielen.

Hitler verkündete am 6. Oktober den baldigen Beginn der Umsiedlung von knapp 65.000 Deutschbalten, die – vor allem aus Angst vor einer sowjetischen Besatzung des Landes – bis Ende des Jahres ihre Heimat für immer verließen. Dies geschah vorwiegend auf dem Seeweg, wobei sie große Teile ihres Besitzes mit ausführen durften.

Angesiedelt wurden die Deutschbalten überwiegend im besetzten Polen, 56.000 im „Warthegau“, davon 18.000 in Posen/Poznań. Zugeteilt wurden ihnen Wohnungen und Eigentum von Polen und Juden, welche zuvor deportiert oder ermordet worden waren.

1940/41 wurden 65.000 Litauendeutsche sowie in einer Nachumsiedlung weitere 17.800 Menschen, zumeist Deutschbalten, aber auch Esten und Letten, ins Deutsche Reich gebracht.

Abbildung:
Historische Karte der Umsiedlungen
„Die führungslose Auswanderung / deutscher Bauern und Bürger nach dem Osten und / die planvolle Umsiedlung ins großdeutsche Volksreich Adolf Hitlers“, München, 1941, Offset, 40 x 56cm.
Zu den Mitteln der nationalsozialistischen Volkstumspolitik zählte die „Heimholung“ ethnisch deutscher Menschen aus dem östlichen Europa. Sie sollten die neu eroberten Gebiete in Polen und anderswo besiedeln, „germanisieren“ und zugleich einen „Schutzwall“ im Osten bilden. Viele dieser Umsiedler folgten dem „Ruf des Führers“ aus Angst vor den Folgen einer deutsch-russischen Konfrontation oder in der Hoffnung auf bessere Lebensumstände im nationalsozialistischen Deutschland.