Zwischen den Fronten - Deutschbalten im Ersten Weltkrieg

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs brachte die baltischen Deutschen in einen Loyalitätskonflikt zwischen Zarentreue und der inneren Verbundenheit mit Deutschland. So standen sich auch Träger des gleichen Familiennamens im Feld gegenüber.

Nach Abzug sowjetischer Truppen und der deutschen Niederlage konnten die drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland ihre 1918 erklärte Unabhängigkeit etablieren. Die unrealistischen Hoffnungen deutscher Balten auf ein „Vereinigtes Baltisches Herzogtum“ unter deutscher Reichshoheit wurden hinfällig.

Ihre junge Staatlichkeit mussten Esten und Letten im Freiheitskrieg 1918-1920 verteidigen. Gemeinsam mit deutschbaltischen Freiwilligenverbänden – dem „Baltenregiment“ in Estland und der „Baltischen Landeswehr“ in Lettland – wurden zunächst die Bolschewisten siegreich bekämpft. Als die Baltische Landeswehr und deutsche Freikorpsverbände ihren Einfluss im Baltikum militärisch erweitern wollten, wurden sie von Esten und Letten bei Wenden/Cēsis 1919 geschlagen.

Abbildung:
Soldaten des estnischen Kalev Bataillon trainieren bevor sie im Freiheitskrieg an die Front versetzt werden, Dezember 1918.
Rahvusarhiiv EFA 57.A-269-20