Vertriebene in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR

Nach 1945 gelangten bis zu vier Millionen deutsche Flüchtlinge und damit rund ein Drittel aller Vertriebenen in die SBZ. Dort lag ihr Anteil bei einem Viertel, in Mecklenburg-Vorpommern sogar bei knapp der Hälfte der Bevölkerung. Herkunft und Schicksal der Vertriebenen durften in der Öffentlichkeit nicht thematisiert werden. Im offiziellen Sprachgebrauch wurden sie beschönigend „Umsiedler“, später „Neubürger“ genannt. Die sowjetische Besatzungsmacht und die benachbarte Volksrepublik Polen wurden nun als Partnerstaaten wahrgenommen, Beziehungen, die nicht durch Flucht und Vertreibung belastet werden sollten.

Die sowjetische Politik und die der SED war darauf ausgerichtet, die „Umsiedler“ zu assimilieren. Eigene Interessenverbände waren ihnen verboten, Zusammenkünfte konnten nur im privaten Kreis erfolgen. Wenige Jahre nach der 1950 erfolgten Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze zu Polen verabschiedete sich die DDR endgültig von einer eigens auf die Neubürger abzielende Integrationspolitik.

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Foto Bohldammlager in Uelzen
Zwar hatten die „Umsiedler“ Teilhabe am sozialistischen Aufbau, doch konnte er die Erwartungen eines erheblichen Teils der Neubürger angesichts des nur langsamen Wirtschaftsaufschwungs nicht erfüllen. Ein Drittel der „Republikflüchtlinge“, die die DDR nach Westen verließen, waren Vertriebene.
Das im Regierungsbezirk Lüneburg liegende Notaufnahmelager Uelzen-Bohldamm wurde ab 1949 bis zum Mauerbau 1961 zentrales Durchgangslager für 765.000 Flüchtlinge aus der DDR.
Foto: Stadtarchiv Uelzen